
Einzeltherapie
In der Einzeltherapie steht Ihre individuelle Lebenssituation im Mittelpunkt. Gemeinsam betrachten wir belastende Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster, entwickeln neue Perspektiven und erarbeiten konkrete Handlungsmöglichkeiten. Ziel ist es, wieder mehr Orientierung, Stabilität und Selbstwirksamkeit zu gewinnen.
Typische Themen können sein:
- Depression und Erschöpfung
- Ängste, Zwänge, Unsicherheiten
- Stress, Überforderung, innere Unruhe
- Selbstwertprobleme
- Lebenskrisen und Verluste
- Psychosomatische Beschwerden
Die Verhaltenstherapie bietet dabei eine klare Struktur, transparente Ziele und vielfältige Methoden – immer individuell auf Sie und Ihre Anliegen abgestimmt.

Gruppentherapie
In psychotherapeutischen Gruppen erleben Sie, dass Sie mit Ihren Herausforderungen nicht allein sind. Die Gruppe ermöglicht neue Perspektiven, empathisches Feedback und das gemeinsame Üben hilfreicher Verhaltensweisen.
Inhalte können sein:
- Verbesserung sozialer Kompetenzen
- Selbstsicherheit und Abgrenzung
- Umgang mit Emotionen
- Stressbewältigung
- Rückfallprophylaxe nach depressiven Episoden
Die Gruppentherapie kann allein oder in Kombination mit einzeltherapeutischenSitzungen genutzt werden. Die Teilnahme wird bei medizinischer Indikation von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.

Paarberatung
Paarbeziehungen sind ein wichtiger Teil unseres Lebens und zugleich oft anfällig für Missverständnisse, Verletzungen und Krisen. Paarberatung kann als Hilfestellung dienen, Beziehungsmuster zu reflektieren, die gemeinsame Kommunikation konstruktiver zu gestalten und Orientierung bei Fragestellungen zur Paarbeziehung zu erarbeiten. Sie wird von vielen Paaren als wertvolle Unterstützung genutzt – z. B. bei:
- Konflikten oder Kommunikationsproblemen
- Vertrauensverlust und Verletzungen
- Beziehungskrisen und Trennungsüberlegungen
- Wunsch nach Klärung oder Neuausrichtung
Ich biete Paarberatung auch gemeinsam mit einer erfahrenen Kollegin im therapeutischen Tandem an. Durch zwei Perspektiven entsteht ein ausgewogener, strukturierter Gesprächsrahmen, in dem beide Partner:innen gleichermaßen gehört und begleitet werden.
Die Paarberatung ist keine Kassenleistung.
Kosten und Erstattung
Gesetzlich Versicherte
Ich bin zur Versorgung gesetzlich Versicherter zugelassen. Wenn Sie bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, übernimmt Ihre Kasse die Kosten für die psychotherapeutische Behandlung in meiner Praxis vollständig – vorausgesetzt, es liegt eine medizinische Indikation vor.

Privat Versicherte
Wenn Sie privat versichert oder beihilfeberechtigt sind, sind Sie selbst Vertragspartner:in meiner Praxis. Die Abrechnung erfolgt per Honorarrechnung nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP). Bei der Kommunikation mit Ihrer Versicherung helfe ich Ihnen gern.

Selbstzahler
Manchmal möchten Menschen Psychotherapie bewusst außerhalb des Krankenversicherungssystems in Anspruch nehmen – etwa, um maximale Vertraulichkeit zu wahren oder unabhängig von Antragsverfahren und Erstattungsmodalitäten zu arbeiten.
Typische Gründe sind z. B.:
Wunsch nach Diskretion, z. B. im Rahmen beruflicher oder persönlicher Veränderungen
Schneller Zugang zur Therapie, ohne Wartezeiten oder formale Antragswege
Wunsch nach größerer Gestaltungsfreiheit bei Dauer und Setting
Begleitung bei Themen, die nicht im Fokus der Krankenkassenversorgung stehen, z. B. Persönlichkeitsentwicklung, Reflexion, berufliche Anliegen
Honorar:
Das Honorar richtet sich nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP).
Die Abrechnung erfolgt direkt mit Ihnen, in der Regel monatlich per Rechnung.

Paarberatung
Die Paarberatung ist nicht Bestandteil der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung und wird daher vollständig privat abgerechnet.
Ich biete sie auch gemeinsam mit einer Kollegin im therapeutischen Tandem an – für eine ausgewogene, strukturierte und allparteiliche Begleitung beider Partner:innen.
Dauer: 90 Minuten pro Sitzung
Abrechnung: Per Privatrechnung als Selbstzahlerleistung
Zu den Störungsbildern
Die Diagnostik, also Zuordnung ihrer Symptome zu einem Störungsbild, ist elementarer Bestandteil Ihrer Psychotherapie. Sie dient der Auswahl der Interventionen und zieht sich auf verschiedenste Weise durch den gesamten psychotherapeutischen Prozess. Psychotherapeutische Diagnostik ist immer auch ein bisschen "in Schubladen gesteckt" werden. Deshalb ist mir wichtig, dass wir ( Sie als mein:e Patient:in, denn Sie spielen eine große Rolle in diesem Prozess und ich) uns zwar an den modernsten Diagnosesystemen (ICD-11 und DSM-5) orientieren, aber nie außer Acht lassen, dass jeder Mensch einzigartig ist und wir auch ihre Symptomatik individuell betrachten sollten.
Nachfolgend finden Sie zu Ihrer eigenen Orientierung Informationen zu häufigen psychischen Störungsbildern, mit denen Menschen sich in psychotherapeutische Behandlung begeben.
Ziel ist es, Orientierung zu geben: Welche Symptome können auftreten? Wann spricht man von einer behandlungsbedürftigen Störung? Und wie kann Psychotherapie unterstützen?
Bitte beachten Sie: Die Informationen ersetzen keine individuelle Diagnostik, sondern dienen der allgemeinen Aufklärung und Einordnung. Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums.
Lassen Sie uns gerne gemeinsam genauer über Ihre Beschwerden ins Gespräch kommen.
Depressionen sind gekennzeichnet durch anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Erschöpfung, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme. Häufig treten auch körperliche Beschwerden und sozialer Rückzug auf.
ADHS im Erwachsenenalter äußert sich durch Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, Impulsivität und innerer Unruhe. Häufig bestehen auch emotionale Reizbarkeit und Probleme in der Alltagsstrukturierung.
Zu den Angststörungen zählen z. B. die generalisierte Angststörung, Panikstörung und soziale Phobie. Typisch sind übermäßige Sorgen, körperliche Unruhe, Vermeidungsverhalten und eine erhöhte Anspannung.
Diese Störungen treten im Zusammenhang mit belastenden Lebensereignissen auf, etwa Trennung, Krankheit oder Konflikten. Mögliche Symptome sind Reizbarkeit, Überforderung, Schlafprobleme und emotionale Labilität.
Nach traumatischen Erlebnissen können Symptome wie Flashbacks, Schlafstörungen, Übererregung, emotionale Taubheit oder Vermeidungsverhalten auftreten.
Zwangsgedanken sind aufdringliche, sich wiederholende Gedanken oder Impulse. Zwangshandlungen werden ausgeführt, um innere Anspannung zu reduzieren – oft in Form von Kontroll-, Wasch- oder Ordnungsritualen.
Charakteristisch sind überdauernde Muster in Denken, Fühlen und Verhalten, die zu Schwierigkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen führen. Häufig treten Impulsivität, Instabilität in Beziehungen und ein schwankendes Selbstbild auf.

Hilfreiche Links
Depressive Störungen
Depressive Störungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Neben der klassischen Episode einer Major Depression – mit Symptomen wie gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Antriebsmangel, Konzentrationsstörungen, Schuldgefühlen und Schlafproblemen – gibt es verschiedene weitere Verlaufsformen. Dazu zählen die rezidivierende depressive Störung (wiederkehrende Episoden über längere Zeiträume), die Dysthymie (chronisch depressive Verstimmung über mindestens zwei Jahre) sowie saisonal bedingte Depressionen. Auch körperliche Beschwerden wie Appetitveränderungen, Schmerzen oder Erschöpfung treten häufig auf.
In der ICD-11 ist die Depression unter den Ziffern 6A70–6A7Z verzeichnet. Die Lebenszeitprävalenz liegt weltweit bei etwa 15–20 %, in Deutschland bei rund 17 %. Etwa 5–7 % der Bevölkerung sind innerhalb eines Jahres betroffen.
Depressionen werden bei Frauen etwa doppelt so häufig diagnostiziert wie bei Männern. Ob dies tatsächliche Unterschiede in der Erkrankungshäufigkeit widerspiegelt oder auch durch unterschiedliche Ausdrucksformen, Rollenbilder oder Hilfeverhalten beeinflusst wird, ist Gegenstand aktueller Forschung. Männer zeigen depressive Symptome häufiger in Form von Reizbarkeit, sozialem Rückzug oder problematischem Konsumverhalten – und werden daher möglicherweise seltener korrekt erkannt.
Die Ursachen depressiver Störungen sind multifaktoriell. Neben genetischer Vulnerabilität und neurobiologischen Veränderungen (z. B. im Serotonin- und Dopaminstoffwechsel) spielen frühkindliche Bindungserfahrungen, belastende Lebensereignisse sowie kognitive Verzerrungen in der Wahrnehmung und Bewertung von Erfahrungen eine zentrale Rolle.
Behandlungsmöglichkeiten umfassen psychotherapeutische Verfahren – insbesondere die kognitive Verhaltenstherapiesowie achtsamkeitsbasierte und interpersonelle Ansätze. In bestimmten Fällen ist eine medikamentöse Unterstützung, z. B. mit Antidepressiva, indiziert. Auch psychoedukative Angebote, körperliche Aktivierung und sozialer Rückhalt spielen in der therapeutischen Begleitung eine wichtige Rolle.
ADHS
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist nicht nur eine Diagnose aus der Kindheit, sondern kann auch im Erwachsenenalter fortbestehen. Typisch sind anhaltende Schwierigkeiten mit Konzentration, Organisation, Impulskontrolle und innerer Unruhe. Während sich im Kindesalter die Hyperaktivität oft durch motorische Unruhe zeigt, tritt bei Erwachsenen häufig eine subjektive Getriebenheit oder Desorganisiertheit auf. Betroffene berichten zudem häufig über Probleme mit Zeitmanagement, Aufschiebeverhalten, emotionale Reizbarkeit und einen schwankenden Selbstwert.
In der ICD-11 ist ADHS unter der Ziffer 6A05 klassifiziert. Schätzungen zufolge erfüllen etwa 2 bis 4 % der Erwachsenen die Kriterien für eine ADHS-Diagnose. Nicht selten wurde die Störung in der Kindheit übersehen oder fälschlich als Verhaltens- oder Lernproblem eingeordnet.
Die Ursachen der ADHS gelten als weitgehend neurobiologisch. Genetische Faktoren, Veränderungen im dopaminergen System sowie Auffälligkeiten in der kortikalen Aktivierung und Reizfilterung spielen eine zentrale Rolle. Umwelt- und Erziehungseinflüsse wirken eher verstärkend, sind aber keine primären Auslöser.
Die Behandlung von ADHS im Erwachsenenalter umfasst verschiedene therapeutische Bausteine. Verhaltenstherapeutische Maßnahmen zielen auf Strukturaufbau, Selbstregulationsstrategien und Alltagshilfen. Auch Psychoedukation, Training exekutiver Funktionen und gegebenenfalls medikamentöse Unterstützung (z. B. mit Stimulanzien oder Atomoxetin) können Teil eines wirksamen Behandlungskonzepts sein. In der psychotherapeutischen Arbeit stehen oft Themen wie Selbstakzeptanz, berufliche Schwierigkeiten und die Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen im Vordergrund.
Angststörungen
Angststörungen gehören zu den am weitesten verbreiteten psychischen Erkrankungen. Sie umfassen mehrere diagnostisch abgegrenzte Störungen, darunter die generalisierte Angststörung, soziale Phobie, Panikstörung und spezifische Phobien. Gemeinsames Kennzeichen ist eine übermäßige oder unangemessene Angstreaktion, häufig begleitet von körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Zittern, Schwitzen, Atemnot oder Magen-Darm-Beschwerden.
In der ICD-11 sind Angststörungen unter den Ziffern 6B00–6B03 klassifiziert. Die Lebenszeitprävalenz liegt bei etwa 15–20 %, wobei spezifische Phobien am häufigsten auftreten. Die jährliche Prävalenz in Deutschland liegt bei ca. 10 %.
Frauen erhalten etwa doppelt so häufig eine Diagnose wie Männer – insbesondere bei sozialer Phobie und generalisierter Angst. Was nicht zwingend heißen muss, dass Männer weniger betroffen sind. Männer zeigen Ängste häufiger verdeckt, etwa in Form von Rückzug, Reizbarkeit oder Substanzkonsum.
Die Ursachen sind komplex: Neben einer genetischen Prädisposition spielen frühkindliche Lernerfahrungen, stressreiche Lebensereignisse und kognitive Verzerrungen eine Rolle. Behandlungsleitlinien empfehlen die kognitive Verhaltenstherapie als Methode erster Wahl – mit Techniken wie Exposition, kognitiver Umstrukturierung und Entspannungsverfahren. In bestimmten Fällen kommen zusätzlich Medikamente (z. B. SSRIs oder SNRIs) zum Einsatz.

Anpassungsstörungen
Anpassungsstörungen entstehen als Reaktion auf identifizierbare belastende Lebensereignisse – etwa Trennung, Arbeitsplatzverlust, Krankheit, Migration oder andere kritische Veränderungen. Die Symptome reichen von Niedergeschlagenheit, Angst und Überforderung bis zu sozialem Rückzug, Konzentrationsproblemen oder vermehrter Reizbarkeit.
Die Störung ist nach ICD-11 unter der Ziffer 6B43 klassifiziert. Die Einjahresprävalenz liegt schätzungsweise zwischen 2–5 %, wobei die Häufigkeit stark von gesellschaftlichen Krisen und Lebensumständen abhängt.
Frauen berichten häufiger über depressive oder ängstliche Reaktionen, während Männer häufiger durch Reizbarkeit oder Impulsivität auffallen.
Die Entstehung ist nicht allein durch das auslösende Ereignis erklärbar, sondern hängt auch mit der individuellen Bewältigungsfähigkeit und vorhandenen psychosozialen Ressourcen zusammen. Ziel der Behandlung ist die Förderung von psychischer Stabilisierung, sozialer Unterstützung und die Entwicklung gesunder Bewältigungsstrategien. Hier kommen häufig stützende Gespräche, Psychoedukation und lösungsorientierte Verfahren zum Einsatz.
Traumafolgestörungen
Traumafolgestörungen können nach dem Erleben von schweren, potenziell lebensbedrohlichen oder zutiefst erschütternden Ereignissen – etwa körperlicher oder sexualisierter Gewalt, schweren Unfällen, Krieg, Flucht, Missbrauch oder chronischer Vernachlässigung in der Kindheit - entstehen. Typische Symptome sind das ungewollte Wiedererleben des Ereignisses (z. B. durch Flashbacks oder Albträume), Vermeidung von Erinnerungsreizen, emotionale Taubheit und eine anhaltende Übererregung (Schlafstörungen, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit).
In der ICD-11 wird zwischen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) (6B40) und der Komplexen PTBS(6B41) unterschieden. Letztere ist vor allem bei langanhaltenden oder interpersonellen Traumata zu beobachten, etwa bei frühkindlicher Gewalt oder emotionalem Missbrauch. Sie geht zusätzlich mit Problemen der Affektregulation, einem anhaltend negativen Selbstbild und schweren interpersonellen Schwierigkeiten einher.
Die Lebenszeitprävalenz für PTBS liegt in Deutschland bei etwa 2–3 %; weltweit schwankt sie je nach Region und Risikogruppe zwischen 1 und 8 %. Frauen erhalten etwa doppelt so häufig eine Diagnose wie Männer – insbesondere nach sexualisierter Gewalt. Männer zeigen Symptome häufiger in Form von Wut, Rückzug oder Substanzmissbrauch.
Die Ätiologie umfasst biologische Stressreaktionen (z. B. Dysregulation der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse), unzureichende emotionale Verarbeitung sowie die Belastung durch intrusive Erinnerungen.
Die Behandlung erfolgt mit traumafokussierten psychotherapeutischen Verfahren. Dazu zählen etwa EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing), kognitive Verhaltenstherapie mit Traumaexposition, sowie narrative Expositionstherapie. Ergänzend wichtig sind Stabilisierung, Ressourcenstärkung und ggf. Einbindung von Angehörigen.
Zwangsstörungen
Zwangsstörungen zeichnen sich durch anhaltende, sich aufdrängende Gedanken (Zwangsgedanken) und/oder stereotype Handlungen (Zwangshandlungen) aus. Betroffene wissen meist, dass diese Gedanken oder Handlungen übertrieben oder irrational sind, erleben sie aber dennoch als unvermeidbar. Typische Inhalte sind Kontaminationsängste, Kontrollzwänge (z. B. Herd, Türen), symmetriebezogene Zwänge oder moralisch-religiöse Themen.
Die ICD-11 ordnet Zwangsstörungen unter der Ziffer 6B20 ein. Die Lebenszeitprävalenz beträgt etwa 2–3 %, der Erkrankungsbeginn liegt häufig in der Jugend oder im jungen Erwachsenenalter. Männer zeigen häufiger Zwangsgedanken, insbesondere mit aggressiven oder sexuellen Inhalten. Frauen tendieren stärker zu Zwangshandlungen wie Wasch- oder Reinigungszwängen.
In der Ätiologie spielen neurobiologische Faktoren (insbesondere Veränderungen in fronto-striatalen Netzwerken), genetische Disposition und lerntheoretische Mechanismen (z. B. negative Verstärkung durch kurzfristige Angstreduktion) eine Rolle.
Die wirksamste Behandlungsform ist die kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition und Reaktionsverhinderung (ERP). Dabei lernen Betroffene, Zwangssituationen auszuhalten, ohne ihrem Drang nachzugeben. In schwereren Fällen kommen medikamentöse Therapien mit SSRIs zum Einsatz. Ohne Behandlung kann die Störung einen chronischen Verlauf nehmen.
Persönlichkeitsstörungen
Persönlichkeitsstörungen sind tiefgreifende, überdauernde Muster im Erleben, Denken, Fühlen und Handeln, die deutlich von sozialen Erwartungen abweichen. Sie beginnen meist in der Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter und führen zu erheblichen Beeinträchtigungen in Beziehungen, Selbstbild, Affektkontrolle und Alltagsbewältigung.
Die ICD-11 (Ziffer 6D10 ff.) beschreibt Persönlichkeitsstörungen nicht mehr kategorial, sondern dimensional: Es wird zwischen leicht, mittel und schwer unterschieden. Zusätzlich können vorherrschende Merkmalsausprägungen wie Affektlabilität, Zwanghaftigkeit, Misstrauen, Distanzierung oder Impulsivität ergänzt werden.
Die Lebenszeitprävalenz liegt je nach Definition und Studie bei 10–13 %. Zu den bekannteren Erscheinungsformen zählen u. a. die Borderline-Persönlichkeitsstörung, narzisstische, ängstlich-vermeidende, schizoide und antisoziale Persönlichkeitsstörung.
Ursächlich sind oft frühe Bindungs- und Beziehungserfahrungen, chronische emotionale Vernachlässigung, traumatische Kindheitserlebnisse, aber auch genetische Veranlagungen.
Die Behandlung ist meist längerfristig angelegt. Besonders bewährt haben sich spezialisierte Verfahren wie die Schematherapie, die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), die übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP) oder die Klärungsorientierte Psychotherapie (KOP). Ein zentraler Faktor ist in der Behandlung der Aufbau einer stabilen therapeutischen Beziehung.
















